Deutscher Vereins-Mannschaftsmeister 2016

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HTG-JCW-Frauen Deutscher Vereins-Mannschaftsmeister 2016 Frankfurt an der Oder.

Grandioser Auftritt der weiblichen Judoka: Die jungen HTG-Damen, die wie im letzten Jahr gemeinsam mit dem Judo Club Wiesbaden als Kampfgemeinschaft an Start gingen, waren nicht zu zu stoppen und erkämpfen sich erstmalig in der Vereinsgeschichte der Homburg Turngemeinde (und auch des JC Wiesbadens) den nationalen Titel der Vereine in bestechender Art und Weise! 

 

Und dies mehr als souverän! Im Finale zeigte unser furios aufkämpfendes Team die beste Leistung des Tages. Gegen die starken Damen des JZ Heubach gelang ein historische hoher Sieg mit 6:1 in einem DVMM-Finale. 

 

Im Vorfeld…

Unser Team war im Vorfeld gut auf alle Teams eingestellt. Somit waren alle zuversichtlich, dass wir auch die besten Teams besiegen können. Nach den Bronzemedaillen von 2015 und 2014 (und den jeweils 5.Plätzen von 2013, 2012) wollte unser weibliches Team dieses Jahr erstmalig ganz oben auf dem Treppchen stehen. Dem entsprechend hoch war an diesem Tage die Motivation für Judoka und Trainer. Die Vorbereitung auf dieses „Event“ begann schon 2014, 

der Grundstein für den Erfolg wurde bereits 2011 gelegt: Insbesondere durch die Vereinsarbeit von Mario Rolle und den damals vorliegenden HJV-Strukturen (HJV-Landestrainern, Stützpunkten und den Vereinstrainern) konnten als diese Sportler(innen) gesichtet, ausgebildet und gefördert werden. Das sich diese auch als Team so finden würden war nicht unbedingt selbstverständlich. Umso schöner ein solcher Erfolg.

 

Der Turnierverlauf … Die Vorrunde

Das Auslosung bescherte uns zunächst ein Freilos. In der zweiten Vorrunde  

trafen wir somit zum Auftakt auf das Team des TSV München-Großhadern, einer der Mitfavoriten und der Deutscher Vizemeister des letzten Jahres. Das Team ging voller Zuversicht in ihre erste Begegnung und doch entsprechend hoch war der Respekt gegenüber den Münchnerinnen: Dominique Denkwitz sorgte (wie immer an diesem Tag) souverän für die 1:0 Führung unseres Teams, den Marlene Winter technisch überlegen auf 2:0 ausbauen konnte. Die überraschende Niederlage von Lea Markloff zum 1:2 machte den Verlauf noch spannender. Annabelle Winzig sorgte souverän für die zwischenzeitliche 3:1 Führung. Hannah Opitz kämpfte wie gewohnt mit vollem Einsatz, konnte jedoch am Ende eine Niederlage gegen die starke Raffle Igl nicht verhindern. 3:2. Am Ende sorgte eine der Jüngsten für die Vorentscheidung: Merit Peterson kämpfte absolut unbekümmert sorgte nach 3min sorgt für einen überraschend klaren Sieg und die Entscheidung zum 4:2. Laya Meister baute den Vorsprung auf 5:2 aus. 

Ein beindruckender Sieg, der in der Höhe mit 5:2 nicht unbedingt zur warten war!

 

Zusammenfassung/Überblick

HTG/JCW vs TSV München-Großhadern 5:2

-52 Dominique Denkewitz 10:0

+70 Marlene Winter 10:0 

-63 Lea Markloff 0:10

-57 Annabelle Winzig 10:0

-70 Hannah Optiz 0:10 

-48 Merit Peterson 10:0

-44 Laya Meister 10:0

 

Das Halbfinale

Das Halbfinale hingegen war an Spannung kaum zu überbieten. Hier setzten sich unsere Mädels knapp aber höchst verdient gegen die starken Judoka aus UJKC Potsdam mit 4:3 durch. Hier ist insbesondere die Leistung von Hannah Opitz zu nennen, die mit ihrem unbändigen Siegeswillen und ihrem Sieg dem Team den Finaleinzug vorzeitig sichern konnte! 

 

„Dieser Halbfinalsieg gegen Potsdam war äußerst knapp und spannend bis zum Schluss,“ so dass Fazit von Trainer Markus Schmitt. „Die Potsdamerinnen waren sehr gut von ihr Trainerin Yvonne Bönisch auf uns eingestellt und haben uns in der ein oder anderen Gewichtsklasse mit ihren Aufstellungen überrascht und alles abverlangt!“ 

 

Da die Potsdamerinnen in der letzten Gewichtsklasse (bis 44kg) keine Judoka stellen konnten und in der Vorletzten (bis 48kg) die derzeit „unschlagbare“ Lena Grulich (Deutsche Meisterin) aufbieten konnten, wussten wir das eine Entscheidung nur dann zu unseren Gunsten ausgehen würde, wenn es dem Team gelingen sollte in den ersten fünf Einzel-Begegnungen drei Siege einzufahren! Darin lag die besondere Brisanz.  

Unser Team führte erneut schnell mit 1:0 durch Dominique Denkewitz, Marlene hingegen konnte dem Druck ihrer schnellen Kontrahentin nicht stand halten. 1:1. Leonie Nussbaum musste trotz gutem Beginn einen Rückstand hinterherlaufen, ihre sehr defensiv kämpfende Gegnern verstand es geschickt die nun verstärkte Offensive von Leonie für sich nutzen und siegte (nicht nur für uns unerwartet) am Ende sogar durch einen Haltegriff. 1:2 für Potsdam. Unser Team stand hier schon mit dem Rücken an der Wand. Punkte mussten her. Annabelle Winzig ging ihre Begegnung strategisch geschickt an und „sammelte“ eine Wertung nach der anderen bis ihre Gegnerin zur Aufgabe zwang. Ausgleich zum so wichtigen 2:2. Es waren nun bereits vier Begegnungen ausgekämpft… Nun kam der unglaubliche Kampf und die Vorentscheidung durch Hannah Opitz. Hannah, die (zum Glück) nicht um die Wichtigkeit ihrer Sieges wusste, kämpfte von Beginn an druckvoll gegen ihre Gegnerin, jedoch war der Kampf zwei Minuten lang vollkommen ausgeglichen und wurde ein höchst intensiver Schlagabtausch. Gegen Mitte des Kampfes wurden Hannah’s Anstrengungen belohnt und sie konnte einen mittlere Wertung (Wazari) durch eine kleine Innsichel erzielen. Doch diesen Vorsprung noch zwei weitere Minuten zu verteidigen war die noch größere Leistung an diesem Tage. Denn die Potsdamerin erhöhte zu Sehens das Kampftempo. Die Wiesbadenerin musste wirklich alles entgegensetzen um nicht den Vorsprung noch zu verlieren, denn gegen Ende konnte ihre starke Gegnerin noch zwei kleine Wertungen (Yuko) gegen Hannah erzielen. Hannah war völlig ausgepumpt, aber der so wichtige dritte Punkt und die Vorentscheidung waren gesichert. Fabienne May kämpfte aufopferungsvoll, konnte der der Deutschen Meisterin nicht Paroli bieten. Noemi Tortell sorget dann am Ende zum geplanten Gesamtsieg. Finaleinzug. 

 

HTG/JCW vs UCJK Potsdam 4:3

-52 Dominique Denkewitz 10:0

+70 Marlene Winter 0:10 

-63 Leonie Nußbaum 0:10

-57 Annabelle Winzig 10:0

-70 Hannah Opitz 10:0 

-48 Fabienne May 0:10

-44 Noemi Tortell 10:0 

 

Das Finale- Unser Sieg

Eine große Last von den Schultern, sichtlich nervös, aber unglaublich entschlossen und zuversichtlich ging es nun für die Mädels in das größte Finale ihrer Kariere!

Doch das Halbfinale noch vor dem geistigen Auge, nahmen Trainer Schmitt und Teammanager Stebani einen taktischen Wechsel in der Teamaufstellung vor. Denn unsere diesjährige Stärke waren nicht nur unser Wille, sondern auch die große Qualität und Flexibilität in allen Gewichtsklassen starke Judoka variabel einsetzen zu können! Und dieser Mut wurde sichtlich belohnt. 

 

Was wurde für den Erfolg verändert? 

Nach der Analyse der gegnerischen Judoka der einzelnen Gewichtsklassen, wurde unsere Kämpferinnen Marlene und Hannah in ihren Gewichtsklassen gewechselt, Annabelle Winzig rutsche hoch in die Gewichtsklasse bis 63kg. Der Plan war nach fünf Begegnungen wieder 3:2 zu führen. Doch es kam viel besser. Dominique Denkewitz (bis 52 kg) sorgte als stabile Bank erst für einen kleinen Aufruf, nachdem sie einen Rückstand hinnehmen musste. Fand aber schnell wieder zu ihrer Linie zurück erzwang in kürze zwei gewinnbringende Wertungen zum 1:0. Hannah Optiz (+70kg), sichtlich noch angeschlagen von ihrem Halbfinale, konnte dieses mal nichts gegen körperlich überlegende Lea Schmid ausrichten. 1:1. Unser erster Bad Homburger Joker, Annabelle Winzig (-63kg) war auf ihre Gegnerin Mirjam Wirth gut eingestellt und siegte am Ende klar. Erstmalige Führung zum 2:1. Die andere Bad Homburgerin, Lea Markloff (-57kg), ging ebenfalls sehr strategisch vor bis sie ihre Kontrahentin gegen Ende der Kampfzeit gekonnt in den Haltegriff drehte und baute die Führung zum 3:1 aus. Die Wiesbadenerin Marlene Winter, erstmalig am heutigen Tage bis 70kg eingesetzt, zeigte eine herausragende Leistung gegen die EM-Starterin Tarah Stumpp. Nach ausgeglichenem Kampf konnte Marlene eine Passivitätsstrafe ihrer Gegnerin aus Heubach erarbeiten. Gegen Ende konterte Marlene den letzten Angriff ab und konnte einen alles entscheidenden Haltegriff gewinnbringend ansetzen. Tolle Leistung von Marlene! 

 

Eine absolut unerwartete Verlauf mit noch besserem Ausgang für unsere Kampfgemeinschaft!! Dies bedeutete bereits den Gesamtsieg! Während der Jubel am Mattenrand kein Ende fand, erkämpften sich von dieser Euphoriewelle getragen, Merit Peterson (bis 48kg) und Lara Meister (-44kg) weitere sehenswerte Ippons für das Team, und schraubten das Ergebnis noch höher auf ein unerwartetes 6:1. 

Das Finale dieser Deutschen Mannschaftsmeisterschaften wurde zu einer tollen TEAM-Demonstration! Das der Titel sogar mit 6:1 gewonnen werden konnte hätte niemand erwartet. Aus den am Mattenrand „zugetragenen Prognosen“ ließen sich keine sicheren Sieger herauskristallisieren, der Ausgang dieses Final wurde auch von den Trainern im Vorfeld auf ein 4:3 getippt - jedoch wäre für beide Teams ein Sieg möglich.

„Das war unglaublich, was die Mädels geleistet haben, besonders ihre Finalleistung“, freute sich Trainer Markus Schmitt am Ende des Finals. „Das Ergebnis ist zwar deutlich zu unseren Gunsten, zeigt aber nicht die wahre Stärke und Leistungen der Heubacherinnen, denn jede Gewichtsklasse war hart umkämpft und wurde erst am Ende der Kampfzeit entschieden! Einfach ein Wahnsinn! 

 

An der Stelle noch eine respektvoller Glückwunsch an Sven Albrecht und sein Heubacher Judo-Team!“ 

 

Finale: HTG/JCW vs JZ Heubach 6:1

-52 Dominique Denkewitz 10:0

+70 Hannah Opitz 0:10 

-63 Annabelle Winzig 10:0

-57 Lea Markloff 10:0

-70 Marlene Winter 10:0 

-48 Merit Peterson 10:0

-44 Laya Meister 10:0

 

Neben diesen außergewöhnlichen sportlichem Erfolg für unsere beiden Vereine, die Homburger Turngemmeinde 1846 und dem JC Wiesbaden, möchten wir natürlich uns bei allen recht herzlich bedanken, die Anteil an diesem Erfolg hatten: 

Alle (!) Judoka, Eltern der Judoka, Trainern und Verantwortlichen und viele mehr!

Ein großes Dankeschön geht an Marcel Stebani für seine gesamte Organisation als Teammanager.

 

Hier ein Überblick aller Judoka, die zum Gesamterfolg und auf dem Weg bis dahin beigetragen haben. 

 

Die Kampfgemeinschaft HTG Bad Homburg 1846 & Judo Club Wiesbaden 

-44 kg: Laya Meister, Noemi Tortell

-48 kg: Merit Petersen, Fabienne May, Nele Scholl

-52 kg: Dominique Denkewitz, Rebecca Regnery, Sara Arnold

-57 kg: Annabelle Winzig, Lea Markloff, Leonie Rüenauver, Charlotte Klar

-63 kg: Leonie Nußbaum, Franziska Winzig

-70 kg: Hannah Opitz, Marlene Winter

+70 kg: Nathalie List, Christina Faber