HTG Green Open

HTG Green Open,

1877 wurde das wohl legendärste Tennis-Turnier der Geschichte gegründet.

Der bekannteste aller Beläge brachte große Spieler hervor, sah triumphale Siege und herzzerreißendes Scheitern.

Allein schon die Teilnahme und der Duft des frischen Grüns ließ die Sportlerherzen aller Teilnehmer höher schlagen.

Doch nicht nur die. Egal ob live vor Ort oder zu Hause vor dem Bildschirm. Jeder begeisterte Sportfan mag beim Bestaunen eines Ballwechsels nicht nur einmal davon geträumt haben, Ähnliches zu fühlen. „Unerreichbar“, dachte man.

Wer um den Traditions-Reichtum der Stadt Bad Homburg weiß, kennt die Leidenschaft, die hier grade für den Tennis-Sport schlummert.

Eine Tradition, die der aus London in nichts nachsteht.

Schließlich wurde im Kurpark schon ein Jahr früher aufgeschlagen, oder zumindest das, was 1876 einem heutigen Aufschlag nahekam.

Ein schlafender Riese also, der 2020 vollends geweckt wurde mit der Vergabe des WTA-Turniers.

Trotz der Corona-Verzögerung durften Bad Homburger Bürgerinnen und Bürger ein Jahr später dann endlich die Weltspitze um Angelique Kerber auf dem historischen Grün bestaunen.

Jene Plätze, die eigens für das Turnier errichtet wurden. Doch nicht nur im Kurpark.

Ebenfalls auf dem Gelände der Homburger Turngemeinde wurden Rasenplätze gebaut, um den Damen ursprünglich eine Trainingsmöglichkeit zu geben.

Diese blieb während des Turniers über natürlich bestehen, gleichzeitig bieten diese Plätze allen Mitgliedern seither aber eine einzigartige Chance.

Eine Möglichkeit, die den Verein auf die prompte Idee brachte, ein eigenes Rasenturnier für Jedermann ins Leben zu rufen.

Simultan zum Profi-Turnier im Kurpark wird seit letztem Jahr auch bei den „HTG Green Open“ groß aufgespielt.

Ein Amateur-Turnier, das schon 2021 gut angenommen wurde, dieses Jahr aber jeglichen Rahmen sprengte.

„Die Euphorie der Menschen ist noch einmal gestiegen. 2021 gab es im Kurpark letzte Restriktionen, die selbst hier noch zu spüren waren.

Dieses Jahr herrschte aber eine ausgelassene Stimmung“, erzählt der Turnierdirektor Marco Kaestle.

Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Alexander Hetjes und Jürgen Fassbender spielten bei diesem Doppelturnier insgesamt 33 Paarungen.

Ob Damen 40, Herren 50, oder gar zusammen im Mixed- Doppel, hier waren nach Feierabend so einige spannende Matches zu verfolgen.

Tolles Wetter, viele Zuschauer, kalte Getränke, gutes Tennis, doch vor allem eine fabelhafte Atmosphäre ließen einen bleibenden Eindruck.

Kaestle spricht nicht ohne Grund von einem „regelrechten After-Work-Feeling“.

Ein Gefühl, das nicht bloß Mitgliedern der HTG vorbehalten blieb.

Mit den „Green Open“ sollte eine gesamte Region erreicht und ebendieses grüne Alleinstellungsmerkmal allen Tennis-Freunden über die Stadtgrenzen hinaus zur Verfügung gestellt werden.

Mit enormem Zuspruch. Vertreter zahlreicher Vereine aus der Umgebung nahmen teil an der Ausschreibung, die Anfang Mai über ein online Tool ihren Anfang nahm.

Neben traditionsreichen Tennis Clubs wie aus Friedrichsdorf, Köppern, Obernhain oder Frankfurt, war ebenfalls das ein oder andre bekannte Gesicht vertreten.

Gingen der Chef des Sportamts Frankfurt sowie der Stadionsprecher der Frankfurt Lions an den Start, war es auch ein College Absolvent aus New York, der gemeinsam mit seiner Mutter im Mixed-Doppel internationalen Flair in die „Green Open“ trug.

Nicht in der Form traditionsreich wie das Original aus England, doch mindestens genauso stimmungsvoll und vor allem: Verbunden mit ebenso viel Spaß und Freude.

Grund genug gab es dafür auch.

Überreichte Präsident Ralph Gotta den Siegerinnen und Siegern um Bonetti, Schneider, Laube und Bauernschmitt nach dem Final-Samstag noch Shopping-Gutscheine oder Tickets für die Frankfurt Lions, wurde allen Zuschauern hingegen ein ausgiebiges Rahmenprogramm geboten.

Dieses war auch nötig, wurde nachmittags schließlich noch das letzte bisschen Licht ausgekostet und gespielt, bis die Plätze feucht wurden.

Gefeiert mit Wein und Sekt wurde standesgemäß noch länger, dass neben dem Wettkampfgedanken ebendiese enge Gemeinschaft hochgehalten wurde.

Ein Zusammenhalt, der auch die nächsten Jahre über bestehen bleiben soll.

Der Turnierdirektor verrät: „Ein Großteil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wird auch 2023 selbstverständlich wieder am Start sein. Die Zusagen kamen umgehend. Das macht natürlich wahnsinnig stolz, gibt uns aber auch eine Aufgabe, 2023 wieder gewaffnet zu sein für den großen Ansturm.“ Einiges zu tun also, um sieben Tage Turnier-Tennis ins Leben zu rufen.

Die Hälfte des Originals zwar, doch kein Prozent weniger echt.